Reifendruckkontrollsystem

Reifendruckkontrollsysteme (kurz RDKS) oder Tyre Pressure Monitoring Systems (TPMS) überwachen den Reifendruck eines Kraftfahrzeugs, um fehlerhaften Reifendruck frühzeitig zu erkennen. Somit lassen sich Unfälle, die durch fehlerhafte Reifen verursacht werden, vermeiden.
Durch einen optimalen Reifendruck wird auch die Lebensdauer des Reifens verlängert und der Kraftstoffverbrauch optimiert.


Fahrzeug-Neuzulassung künftig nur mit RDKS

Nach der ECE-Regelung* Nummer 64 müssen ab dem 1. November 2014 alle neu zugelassenen Fahrzeuge der EG-Fahrzeugklasse M1, also Pkw, SUV und Wohnmobile mit einem Reifendruckkontrollsystem ausgestattet sein. Somit wird das RDKS auch Bestandteil der Hauptuntersuchung und kann als Mangel eingestuft werden, wenn es nicht funktionstüchtig ist.

* (ECE = Economic Commission for Europe)


Welche Reifendruckkontrollsysteme gibt es?

Bei Reifendruckkontrollsystemen unterscheidet man grundsätzlich zwischen direkten und indirekten Systemen.

Indirekte Reifendruckkontrollsysteme

Indirektes RDKS im Fahrzeug (Quelle: BRV)
Indirektes RDKS (Quelle: BRV)

Indirekte RDKS der ersten Generation sind seit Anfang 2000 im Einsatz. Sie nutzen die Raddrehzahlsensoren, um eine relative Veränderung der Drehzahl zu den anderen Rädern festzustellen. Der Nachteil dieses Verfahrens ist, dass ein gleichzeitiger Druckabfall aller vier Räder nicht erkannt werden kann, da hierbei kaum ein Unterschied der Raddrehzahlen auftritt.

Indirekte RDKS der zweiten Generation nutzen Schwingungssensoren in den Rädern um reifendruckabhängige Schwingungen festzustellen. Diese Systeme können auch einen gleichzeitigen Druckverlust in allen vier Rädern feststellen.

Prinzipbedingt benötigen beide Messmethoden ein fahrendes Auto um einen Luftdruckverlust feststellen zu können.

Da indirekte Systeme nur Sensoren nutzen die bereits im Fahrzeug verbaut sind, müssen diese RDKS nur nach einem Radwechsel und dem Nachfüllen von Luft neu gestartet werden.

Direkte Reifendruckkontrollsysteme

Direktes RDKS im Fahrzeug (Quelle: BRV)
Direktes RDKS (Quelle: BRV)

Für direkte RDKS werden spezielle Sensoren in jedem Rad eingebaut. Diese messen nicht nur den Reifendruck, sondern auch die Temperatur im Reifen. Damit können schnelle und langsame Druckverluste erkannt werden. Einige Fahrzeughersteller zeigen dem Fahrer den aktuellen Reifendruck im Fahrzeug an.

Direkte Systeme benötigen in der Regel keinen Neustart nach dem Reifenwechsel, aber es muss in jedem Rad ein Sensor integriert sein. Sensoren, die nicht zum Erstauslieferungsumfang des Fahrzeugs gehören, müssen mit einem speziellen Programmiergerät eingestellt und für jeden Reifen zugeordnet werden. Dies kann in der Regel nur von Fachpersonal durchgeführt werden.

Alligator SENS.IT RDKS-Sensor mit Ventil in Felge montiert Alligator SENS.IT RDKS-Sensor mit Ventil zusammengebaut Alligator SENS.IT RDKS-Sensor mit Ventil in Einzelteilen

Alligator SENS.IT RDKS-Sensor mit Ventil

Welchen Nutzen haben Reifendruckkontrollsysteme?

Beide Systeme warnen den Fahrer bei sowohl bei schnellem als auch bei schleichendem Druckverlust im Rad. Somit helfen diese Systeme, eine der häufigsten Ursachen für Reifenpannen zu verhindern.

Direkte RDKS sind in Anschaffungs- und Wartungskosten teurer, sorgen aber für mehr Sicherheit und sind umweltschonender. Ein falscher Reifendruck führt zu erhöhtem Kraftsoffverbrauch und verringert die Fahrstabilität.

Optimaler Reifendruck

Reifenquerschnitt bei optimalem Reifendruck Ist der Reifendruck optimal, besteht der Bodenkontakt mit der gesamten Lauffläche. Dadurch fährt sich das Profil gleichmäßig ab und der Reifen kann bis zur maximalen Kilometerleistung genutzt werden. Durch die große Haftfläche wird der Bremsweg minimiert und die Kurvenstabilität optimiert. Dadurch ist der optimale Fahrkomfort gewährleistet.

Zu hoher Reifendruck

Reifenquerschnitt bei zu hohem Reifendruck Ist der Luftdruck zu hoch, besteht der Bodenkontakt nur mit der Mitte der Lauffläche. Dadurch fährt sich das Profil ungleich und schneller ab. Zudem führt die geringere Haftfläche zu längeren Bremswegen und geringerer Kurvenstabilität. Der harte Reifen führt auch zu einem Verlust von Fahrkomfort.

Zu geringer Reifendruck

Reifenquerschnitt bei zu geringem Reifendruck Ist der Luftdruck zu gering, besteht der Bodenkontakt nur mit den Reifenschultern. Dadurch fährt sich das Profil an den Seiten schneller ab, was die Lebensdauer des Reifens verringert und zu einer starken Erwärmung des Reifens führt. Zudem führt die geringere Haftfläche zu längeren Bremswegen.


Auf Nummer Sicher in Ihrer Fachwerkstatt

Reifendruck prüfen Unser Tipp: Damit Sie immer sicher unterwegs sind, überprüfen Sie den Reifendruck regelmäßig, mindestens einmal im Monat, denn ein minimaler Druckverlust ist völlig normal.
Auch der Beste Pneu ist nicht zu 100% dicht, was keinen Mangel darstellt, sondern an den Eigenschaften der verarbeiteten Materialien liegt. Sind die Reifen zusätzlich hohen Temperaturschwankungen ausgesetzt, entweichen in der Regel noch mehr Luftpartikel.

Ganz bequem und immer auf der sicheren Seite: Lassen Sie den Reifendruck Ihres Fahrzeugs einfach bei Ihrem Reifenfachhändler prüfen. Natürlich kostenlos und kompetent.

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